Die Fallstricke der Weihnachtsfeier

Tipps von Arbeitsrechtler Jens Fröhlich

Ja, ja, die Weihnachtsfeier. Alle Jahre wieder steht sie auf einmal wieder plötzlich vor der Tür, für einige mit der Frage verbunden: Soll ich überhaupt hingehen? Für andere stellt sich die Frage: Soll ich mir den nächsten Tag frei nehmen? (Arbeits)rechtlich betrachtet gibt es einige Fallstricke, die bei Weihnachtsfeiern zu beachten sind.
Grundsätzlich gilt: Es besteht keine Pflicht zur Teilnahme an einer Weihnachtsfeier. Zumeist ist eine solche Regelung zur Teilnahme in Arbeitsverträgen nicht geregelt und eine Zwangsverpflichtung zur Teilnahme würde gegen Ihr grundsätzlich verankertes Persönlichkeitsrecht verstoßen.

Aber: Fällt die Feier in die reguläre Arbeitszeit bedeutet dies jedoch auch, dass Sie, wenn Sie nicht mitfeiern möchten, Ihre normalen arbeitsvertraglichen Verpflichtungen erfüllen müssen, mit anderen Worten gesagt: Sie haben zu arbeiten. Ist dies auf Grund der abwesenden Kollegen nicht möglich, und kann Ihnen keine anderweitig zumutbare Arbeit zugewiesen werden, können Sie nach Hause gehen.
Wenn keine Pflicht zur Teilnahme besteht, so gibt es umgekehrt auch keine Pflicht zur Durchführung einer Weihnachtsfeier. Wenn jedoch eine Weihnachtsfeier stattfindet, dürfen Sie von einer solchen auch nicht willkürlich ausgeschlossen werden. Dieses ist niedergelegt im allgemeinen arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz. Auf der Feier selber gibt es einen empfohlenen Verhaltenskodex, den Sie beachten sollten, um nicht am nächsten Tag mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen konfrontiert zu werden. Dazu gehört: Keine Beleidigungen von Kollegen oder Vorgesetzten, keine Belästigungen und keine Kritik an der Betriebsphilosophie, schon gar nicht unter Alkoholeinfluss.
Zudem empfehlen wir den Genuss von Alkohol nur in Maßen, mit niemanden anzubändeln und insgesamt das Mundwerk „im Zaum zu halten“. Gerade bei längeren Veranstaltungen zeigt sich, dass dieses mit zunehmendem Alkoholgenuss für manche Zeitgenossen schwerlich durchzuhalten ist. Nutzen Sie im eigenen Interesse eine Weihnachtsfeier, um Kontakte zu knüpfen und das Teamzugehörigkeitsgefühl zu stärken. Da Weihnachten im christlichen Kulturkreis eines der wichtigsten Feste ist, empfehlen wir die Teilnahme auch Arbeitnehmern mit nicht christlichen Hintergrund, um das Unternehmen auch einmal von einer anderen Seite kennenzulernen.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass Sie selbstverständlich Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung genießen, wenn Sie an dieser betrieblichen Veranstaltung teilnehmen. Letztendlich muss jedoch jeder persönlich für sich entscheiden ob und wie er teilnehmen will.